Penismusem

Die Beschneidung (Zirkumzision)

Für die Beschneidung der Vorhaut gibt es sowohl medizinische als auch kulturelle Gründe. Insbesondere in den USA wurden bis vor wenigen Jahren fast alle männlichen Säuglinge beschnitten. Die Begründung war ein besserer Schutz vor Infektionen im Harnwegsbereich, ein geringeres Risiko, an Peniskrebs zu erkranken und ein allgemein besserer Schutz vor Geschlechtskrankheiten. Studien haben jedoch gezeigt, dass diese Argumente insgesamt nicht stichhaltig sind, deshalb geht inzwischen auch in den USA die Zahl der Beschneidungen zurück.

In Europa ist die Vorhautbeschneidung nicht üblich, wird jedoch manchmal aus medizinischen Gründen durchgeführt. Vor allem bei der sogenannten "Phimose", einer Verengung der Vorhaut, die sich dann nur mit Beschwerden zurückziehen läßt, wird der Eingriff durchgeführt. Durch die Verengung kann es zu hygienischen Problemen kommen, die im schlimmsten Fall zu Entzündungen und einer weitgehenden Zerstörung der Penishaut führen können. Die Entfernung der Vorhaut schafft hier dauerhaft und sicher Abhilfe. In Skandinavien werden leichte Phimosen erfolgreich mit Salben und Dehnen der Vorhaut behandelt, eine Methode, die auch bei uns zunehmend Anwendung findet.

Die Beschneidung wird in der Regel unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Bei Neugeborenen ist der Eingriff unproblematisch, da die Vorhaut noch nicht richtig entwickelt ist. Bei Erwachsenen ist sie jedoch gut durchblutet und es können durch Blutungen Komplikationen entstehen. Der Eingriff selbst dauert zwar nur wenige Minuten und die Patienten werden nur ambulant behandelt, bis zur völligen Heilung können jedoch mehrere Monate vergehen.